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05313 Der Bundes-Klinik-Atlas für transparente Qualität

Transparenz schafft Qualität: Der Bundes-Klinik-Atlas bietet erstmals eine unabhängige und verständliche Übersicht über die Leistungen und die Qualität deutscher Krankenhäuser. Patientinnen und Patienten können fundierte Entscheidungen treffen, während aussagekräftige Zertifikate und Qualitätssiegel Orientierung bieten.
Der Beitrag zeigt, wie der Bundes-Klinik-Atlas die Qualitätssicherung unterstützt und Verantwortliche bei der Auswahl relevanter Zertifikate und Siegel begleitet.
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1 Durchblick im Datendschungel

Öffentlich zugängliche und verständlich aufbereitete Informationen über die Qualität und die Leistungen der Krankenhäuser sind ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung, nicht zuletzt, weil Transparenz im bundesweiten Wettbewerb echte Anreize für mehr Versorgungsqualität schafft. Gleichzeitig ermöglichen allgemeinverständliche Informationen, dass Patientinnen und Patienten eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung im Hinblick auf ein geeignetes Krankenhaus treffen können.
Informationsangebot: Unabhängig und verständlich
Mit dem Bundes-Klinik-Atlas hat das Bundesministerium für Gesundheit erstmals die Grundlage für ein unabhängiges und allgemeinverständliches Informationsangebot zum Umfang und zur Qualität der Versorgung in deutschen Krankenhäusern geschaffen. Damit werden auch aussagekräftige Zertifikate und Qualitätssiegel übersichtlich dargestellt. Ihre Auswahl basiert auf einer systematischen und kriteriengeleiteten Bewertung, die auch Verantwortliche im Krankenhaus bei der Auswahl geeigneter Zertifikate und Qualitätssiegel unterstützt.
Ziel
Der Bundes-Klinik-Atlas als unabhängiges Onlineportal für die Krankenhaussuche ist ein wesentlicher Baustein der umfassenden Bemühungen des Gesetzgebers für eine moderne und bedarfsgerechte Reform der Krankenhausversorgung. Ziel der laufenden Reform ist es unter anderem, eine qualitativ hochwertige und flächendeckende stationäre Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen [1].
Messbare Ziele für Qualität
Damit geht auch die Zielvorstellung einher, dass Patientinnen und Patienten nach individuellen Präferenzen und Qualitätskriterien Gesundheitsleistungen auswählen können. Damit gewinnen Faktoren wie Qualität und Qualitätsmanagement sowie Qualitätssicherung und klinisches Risikomanagement weiter an Bedeutung. Entscheidend ist dabei, die Gesundheitsversorgung an messbaren Zielen auszurichten, besonders auch auf der Ebene der einzelnen Krankenhäuser. Anhand von Qualitätsindikatoren kann gemessen werden, ob ein Krankenhaus die vorgegebenen Ziele erreicht.
Bundes-Klinik-Atlas schafft Transparenz
Gleichzeitig kann durch die Veröffentlichung von verständlichen Ergebnissen der Qualitätssicherung Transparenz für Patientinnen und Patienten hergestellt werden. [2] Der Bundes-Klinik-Atlas schafft die Transparenz in der Versorgung. Auf ihm werden seit Mai 2024 unter der Verantwortung des Bundesministeriums für Gesundheit allgemeinverständliche Informationen zu Leistungen aller somatischen Krankenhäuser in Deutschland veröffentlicht.
Vorhandene Daten nutzbar machen
Das Informationsangebot basiert fast ausschließlich auf bereits vorliegenden Daten: zum einen auf den Meldungen, die das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) [3] im Rahmen des Vergütungssystems der Krankenhäuser erhält, zum anderen wird auch auf Daten der gesetzlich verpflichtenden Qualitätssicherung zurückgegriffen, die an das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) übermittelt werden. Für die Korrektheit der Daten sind die Krankenhäuser verantwortlich (s. Abbildung 1).
Abb. 1: Organisation und Datenflüsse des Bundes-Klinik-Atlas in den Jahren 2024 und 2025
Aussagekräftige Zertifikate
Zusätzlicher Aufwand für die Krankenhäuser besteht allein insofern, als Nachweise über aussagekräftige Zertifikate und Qualitätssiegel beim IQTIG einzureichen sind. Diese werden exklusiv für die Veröffentlichung auf dem Bundes-Klinik-Atlas genutzt. Dabei ist die übersichtliche Darstellung aussagekräftiger Zertifikate ein Alleinstellungsmerkmal der Website, das einen erheblichen Mehrwert für Patientinnen und Patienten, aber auch für das Qualitätsmanagement der Krankenhäuser (siehe Abschnitt 4.3) bietet. Damit wird zum ersten Mal transparent, welche Zertifikate tatsächlich einen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten haben.
Unabhängig und vergleichbar
Mit dem Bundes-Klinik-Atlas sollen Patientinnen und Patienten zukünftig erstmals allgemeinverständliche Informationen über die Qualität der stationären Leistungen der Krankenhäuser erhalten – und das unabhängig und vergleichbar. Dazu werden die bestehenden Sets der Qualitätsindikatoren aus den Bereichen der externen Qualitätssicherung (s. Abbildung 2) genutzt [4].
Abb. 2: Bereiche der stationären Versorgung, für die bereits Qualitätsindikatoren durch den G-BA umgesetzt sind
Neu ist demnach vor allem, dass das IQTIG verschiedene Daten zusammenführt und für eine allgemeinverständliche Darstellung auf dem Bundes-Klinik-Atlas aufbereitet (siehe Abschnitt 3 und siehe Abbildung 1). Somit können Daten, die bereits verfügbar sind, aber bislang für die Allgemeinbevölkerung nur schwer zugänglich waren, erstmals als Informationsgrundlage für eine Krankenhausauswahl genutzt werden.

2 Gute Gründe für Qualitätstransparenz

Selbstbestimmung und Rechenschaftspflicht
Dem Ziel des Gesetzgebers, Transparenz über die Versorgungsqualität im Gesundheitswesen herzustellen, liegen unter anderem ethische Erwägungen zugrunde: Unterstützung der Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten, das Erfüllen der Rechenschaftspflicht gegenüber der Solidargemeinschaft und der Arbeitgeber, die die Kosten tragen, sowie die Förderung des Wettbewerbs um gute Qualität spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn Qualitätstransparenz besitzt ein großes Potenzial für Qualitätsverbesserungen im Gesundheitswesen und hat damit wiederum positive Effekte für Patientinnen und Patienten sowie für Verantwortliche der Krankenhäuser [5].
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