06620 Integrierte Versorgung und sektorenübergreifende Qualität im Gesundheitswesen
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Die integrierte Versorgung im Gesundheitswesen verfolgt das Ziel, ambulante, stationäre und rehabilitative Leistungen im Sinne der Patientinnen und Patienten besser zu vernetzen. So lassen sich Brüche in der Behandlungskette vermeiden sowie Qualität und Effizienz der Versorgung verbessern. Der Beitrag zeigt Qualitätsmanagement als verbindendes Element zwischen den Sektoren. Er stellt zentrale Qualitätsmaßnahmen vor, erläutert Herausforderungen und Barrieren und beschreibt Chancen der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie sektorenübergreifende Zusammenarbeit messbare Qualitätsverbesserungen ermöglichen kann. Arbeitshilfen: von: |
1.1 Problemstellung und Bedeutung
Das deutsche Gesundheitswesen ist historisch in den ambulanten, den stationären, den rehabilitativen und (ergänzend) den präventiven Sektor unterteilt. Diese Teilung führt häufig zu Schnittstellen- und Qualitätsproblemen, Unterbrechungen innerhalb der Versorgung sowie einer ineffizienten Nutzung der Ressourcen.
Problemstellung
Das bedeutet, dass zu den größten Baustellen im deutschen Gesundheitswesen die Sektorengrenzen zählen. Das äußert sich darin, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Sektoren oft unkoordiniert sind, infolgedessen Informationen bei Übergaben verloren gehen und die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit darunter leiden. Gleichzeitig nehmen aufgrund des demografischen Wandels, der Multimorbidität und des Fachkräftemangels die Anforderungen an eine abgestimmte, ganzheitliche Versorgung zu. [1]
Das bedeutet, dass zu den größten Baustellen im deutschen Gesundheitswesen die Sektorengrenzen zählen. Das äußert sich darin, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Sektoren oft unkoordiniert sind, infolgedessen Informationen bei Übergaben verloren gehen und die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit darunter leiden. Gleichzeitig nehmen aufgrund des demografischen Wandels, der Multimorbidität und des Fachkräftemangels die Anforderungen an eine abgestimmte, ganzheitliche Versorgung zu. [1]
Bedeutung
Die genannten Probleme zeigen, dass die integrierte und sektorenübergreifende Versorgung grundsätzlich an Bedeutung gewinnt, um eine qualitativ hochwertige Behandlung zu gewährleisten, Effizienz und Patientenzufriedenheit zu verbessern und um den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Sektoren zu stärken.
Die genannten Probleme zeigen, dass die integrierte und sektorenübergreifende Versorgung grundsätzlich an Bedeutung gewinnt, um eine qualitativ hochwertige Behandlung zu gewährleisten, Effizienz und Patientenzufriedenheit zu verbessern und um den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Sektoren zu stärken.
Qualitätssicherung
Große Herausforderungen ergeben sich für die Qualitätssicherung. Dazu wurde die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS) ins Leben gerufen, damit einheitliche Standards und messbare Indikatoren über die Sektorengrenzen hinweg entwickelt und umgesetzt werden können. Damit soll eine auf den Patienten fokussierte Gesundheitsversorgung geschaffen werden. [2]
Große Herausforderungen ergeben sich für die Qualitätssicherung. Dazu wurde die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS) ins Leben gerufen, damit einheitliche Standards und messbare Indikatoren über die Sektorengrenzen hinweg entwickelt und umgesetzt werden können. Damit soll eine auf den Patienten fokussierte Gesundheitsversorgung geschaffen werden. [2]
1.2 Sektoren im deutschen Gesundheitswesen
Das deutsche Gesundheitswesen ist traditionell in ambulante, stationäre und rehabilitative Versorgung gegliedert. Zwischen diesen Sektoren bestehen historisch gewachsene Zuständigkeiten, Finanzierungs- und Planungslogiken. Die Politik fordert seit vielen Jahren, dass die Sektorengrenzen abgebaut und die einzelnen Bereiche enger verzahnt werden. [3]. Abbildung 1 gibt einen Überblick über die einzelnen Sektoren.
Abb. 1: Sektoren des deutschen Gesundheitswesens
Schnittstellenproblematik
Insbesondere Informationsverluste, Mehrfachuntersuchungen sowie Medienbrüche sind an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Sektoren zu verzeichnen. Verbindliche sektorenübergreifende Planungs- und Vergütungsmodelle sowie eine digitale Interoperabilität und gemeinsame Qualitätsvorgaben sind unerlässlich. [3]
Insbesondere Informationsverluste, Mehrfachuntersuchungen sowie Medienbrüche sind an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Sektoren zu verzeichnen. Verbindliche sektorenübergreifende Planungs- und Vergütungsmodelle sowie eine digitale Interoperabilität und gemeinsame Qualitätsvorgaben sind unerlässlich. [3]
Eine sektorenübergreifende Versorgung soll diese Probleme durch verbesserte Kommunikation, digitale Vernetzung und gemeinsame Behandlungsprozesse vermeiden.
1.3 Sektorenübergreifende Versorgung
Seit rund 20 Jahren soll die integrierte Versorgung durch selektive Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern die Zusammenarbeit insbesondere zwischen ambulantem und stationärem Bereich verbessern. Trotz einiger Fortschritte ist die Bilanz bislang weiterhin noch nicht zufriedenstellend. Die sektorenübergreifende Versorgung wird vor allem durch die starke Trennung der Leistungssektoren behindert. Kliniken und Praxen arbeiten häufig nebeneinander und nicht im Sinne der Patientinnen und Patienten zusammen. [4]
Definition
Sektorenübergreifende Versorgung ist gekennzeichnet durch das Bestreben einer engen Zusammenarbeit zwischen den Behandelnden des ambulanten (z. B. Arztpraxen) und des stationären (z. B. Krankenhäuser) Sektors sowie weiteren Bereichen (z. B. Pflege und Prävention), mit dem Ziel, die Patientinnen und Patienten möglichst optimal zu versorgen. [5]
Sektorenübergreifende Versorgung ist gekennzeichnet durch das Bestreben einer engen Zusammenarbeit zwischen den Behandelnden des ambulanten (z. B. Arztpraxen) und des stationären (z. B. Krankenhäuser) Sektors sowie weiteren Bereichen (z. B. Pflege und Prävention), mit dem Ziel, die Patientinnen und Patienten möglichst optimal zu versorgen. [5]
Grundidee
Die sektorenübergreifende Versorgung ist ein modernes Konzept des Gesundheitswesens, das eine durchgängige und koordinierte Behandlung von Patientinnen und Patienten über alle Versorgungsbereiche hinweg anstrebt. Das Ziel ist, die bislang oft getrennten Leistungen in Bereichen wie ambulante Versorgung, Krankenhausbehandlung und Rehabilitation besser miteinander zu vernetzen und so eine ganzheitliche, effiziente und patientenorientierte Betreuung zu ermöglichen.
Die sektorenübergreifende Versorgung ist ein modernes Konzept des Gesundheitswesens, das eine durchgängige und koordinierte Behandlung von Patientinnen und Patienten über alle Versorgungsbereiche hinweg anstrebt. Das Ziel ist, die bislang oft getrennten Leistungen in Bereichen wie ambulante Versorgung, Krankenhausbehandlung und Rehabilitation besser miteinander zu vernetzen und so eine ganzheitliche, effiziente und patientenorientierte Betreuung zu ermöglichen.
Die sektorenübergreifende Versorgung zeichnet sich in erster Linie durch folgende Merkmale aus:
Rechtlicher Rahmen:
| • | § 140a Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) lässt Verträge zu, die sektorenübergreifende bzw. interdisziplinäre Versorgungsformen (Integrierte Versorgung) organisieren. [6] |
| • | Aufgrund des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) wurden Krankenhausstandorte geschaffen, die ambulante, stationäre und pflegerische Leistungen an einem Ort bündeln. Die gesetzlichen Regelungen dazu finden sich unter anderem in § 115 g SGB V. [7] |
Qualitäts- und Organisationsrahmen:
| • | Qualitäts- und Organisationsrahmen: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist für die Entwicklung und Durchführung einrichtungs- und sektorenübergreifender Verfahren der Qualitätssicherung verantwortlich. Dazu wurde die sogenannte DeQS-Richtlinie erlassen, die seit dem 1. Januar 2019 gilt. Darin ist die datengestützte Qualitätssicherung festgelegt, die sowohl Krankenhäuser als auch Arztpraxen einbezieht. |
| • | Orientierung an festgelegten Qualitätsdimensionen. Das bedeutet, dass z. B. Wirksamkeit, Patientensicherheit und Patientenzentrierung in den Fokus rücken. Solche Dimensionen dienen als gemeinsame Basis für eine abgestimmte und sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. |
| • | Organisationsprinzipien der sektorenübergreifenden Versorgung umfassen eine enge Koordination der Behandlungsprozesse durch ein effektives Case-Management (individuelle Koordination komplexer Behandlungs- und Betreuungsprozesse), standardisierte Prozesse für Sektorenübergänge und Entlassungen sowie klar definierte Verantwortlichkeiten innerhalb regionaler Versorgungsnetzwerke. [8] |
Nur die Umsetzung dieser wichtigen Rahmenbedingungen der sektorenübergreifenden Versorgung würde einen reibungslosen Informationsfluss und eine kontinuierliche Betreuung der Patientinnen und Patienten über die einzelnen Bereiche hinweg gewährleisten.
1.4 Akteure innerhalb der sektorenübergreifenden Versorgung
Die sektorenübergreifende Versorgung im deutschen Gesundheitswesen beruht auf dem Zusammenwirken verschiedener Akteure. Sie haben sich gemeinsam das Ziel gesetzt, Versorgungsbrüche zwischen den Sektoren zu vermeiden und für die Patient:innen durchgängig eine qualitativ hochwertige Behandlung zu gewährleisten.
Im Mittelpunkt der Akteure stehen die Patient:innen. Ihre Bedürfnisse und Erwartungen bilden die Basis für die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure, die in Abbildung 2 dargestellt sind.
Abb. 2: Überblick Akteure der sektorenübergreifenden Versorgung
Patient:innen
Sie stehen im Mittelpunkt der Akteure und gestalten den gesamten Versorgungsprozess aktiv mit. Die Einbindung ihrer Erwartungen und Bedürfnisse ist elementar für den Erfolg sektorenübergreifender Strukturen. [9]
Sie stehen im Mittelpunkt der Akteure und gestalten den gesamten Versorgungsprozess aktiv mit. Die Einbindung ihrer Erwartungen und Bedürfnisse ist elementar für den Erfolg sektorenübergreifender Strukturen. [9]
Politik und Gesetzgeber
Diese Institutionen schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen und fördern über Reformgesetze, beispielsweise das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) oder das Digital-Gesetz, den Ausbau digitaler und sektorenübergreifender Strukturen. [3]
Diese Institutionen schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen und fördern über Reformgesetze, beispielsweise das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) oder das Digital-Gesetz, den Ausbau digitaler und sektorenübergreifender Strukturen. [3]
Krankenkassen
Die Rolle der Finanzierer und Steuerer wird von den Krankenkassen übernommen. Gemäß § 140a SGB V initiieren und fördern sie sektorenübergreifende Versorgungsmodelle durch den Abschluss von Selektivverträgen und die Bewertung von Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen. [6]
Die Rolle der Finanzierer und Steuerer wird von den Krankenkassen übernommen. Gemäß § 140a SGB V initiieren und fördern sie sektorenübergreifende Versorgungsmodelle durch den Abschluss von Selektivverträgen und die Bewertung von Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen. [6]


