08162 Strategien für nachhaltigen Einkauf im Gesundheitssektor
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Der Gesundheitssektor steht vor der Herausforderung, Versorgungs-qualität und -sicherheit, Wirtschaftlichkeit und ökologische sowie soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Beschaffungsentscheidungen beeinflussen maßgeblich Umweltwirkungen, Kostenstrukturen und Prozessqualität. Der Beitrag zeigt, wie nachhaltiger Einkauf im Gesundheitswesen systematisch entlang des gesamten Produktlebenszyklus gestaltet werden kann – von der Bedarfsdefinition über Ausschreibung und Lieferantenauswahl bis hin zu Nutzung, Logistik und Entsorgung. Neben rechtlichen und normativen Rahmenbedingungen werden zentrale Instrumente wie Beschaffungsrichtlinien, Nachhaltigkeitskriterien in Vergabeverfahren, Lieferantenbewertung und Risikomanagement vorgestellt. Praxisbeispiele aus Gesundheitseinrichtungen verdeutlichen, wie nachhaltiger Einkauf zur Qualitätsverbesserung beiträgt und welche organisatorischen und kulturellen Voraussetzungen dafür erforderlich sind. von: |
1 Warum nachhaltiger Einkauf zentral für das Qualitätsmanagement ist
Einführung
Der Gesundheitssektor ist im Umbruch: Steigende Kosten, wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen und der Anspruch an eine verlässlich hohe Versorgungsqualität treffen gleichzeitig aufeinander. In diesem komplexen Spannungsfeld rückt der Einkauf zunehmend in den Fokus strategischer Steuerung. Denn Beschaffungsentscheidungen bestimmen nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern haben auch ökologische Auswirkungen und haben Einfluss auf Versorgungssicherheit sowie Qualität und Resilienz der medizinischen Leistungserbringung.
Der Gesundheitssektor ist im Umbruch: Steigende Kosten, wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen und der Anspruch an eine verlässlich hohe Versorgungsqualität treffen gleichzeitig aufeinander. In diesem komplexen Spannungsfeld rückt der Einkauf zunehmend in den Fokus strategischer Steuerung. Denn Beschaffungsentscheidungen bestimmen nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern haben auch ökologische Auswirkungen und haben Einfluss auf Versorgungssicherheit sowie Qualität und Resilienz der medizinischen Leistungserbringung.
Ein erheblicher Teil der ökologischen und sozialen Auswirkungen von Gesundheitseinrichtungen entsteht nicht im unmittelbaren Behandlungsprozess, sondern vorgelagert in der Lieferkette, insbesondere bei der Herstellung von Medizinprodukten, Arzneimitteln, Textilien und Verbrauchsmaterialien. [1] [2] Studien zeigen, dass bis zu 70 % der Treibhausgasemissionen des Gesundheitssektors Scope 3 zuzuordnen sind, also vor allem aus vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen stammen. [3] Das macht deutlich, dass nachhaltige Entwicklung im Gesundheitswesen ohne eine systematische Einbindung des Einkaufs kaum realisierbar ist.
Prozessintegration
Darüber hinausbeeinflussen beschaffte Produkte maßgeblich Arbeitsabläufe, Hygieneprozesse, Patientensicherheit und Versorgungsqualität. Der Einkauf wirkt somit nicht nur als Kosten- und Versorgungsfunktion, sondern als zentrale Steuerungsschnittstelle zwischen Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement. Internationale Analysen zeigen, dass durch gezielte nachhaltige Beschaffungsstrategien, beispielsweise durch Produktstandardisierung, Lebenszyklusbetrachtungen oder den Einsatz wiederverwendbarer Medizinprodukte, Umweltauswirkungen um bis zu 50 % reduziert werden können, ohne dabei Einbußen bei Qualität oder Patienten-sicherheit zu verzeichnen. [4] [5] Voraussetzung dafür ist eine enge Verzahnung von Einkauf, Qualitätsmanagement und klinischer Praxis.
Darüber hinausbeeinflussen beschaffte Produkte maßgeblich Arbeitsabläufe, Hygieneprozesse, Patientensicherheit und Versorgungsqualität. Der Einkauf wirkt somit nicht nur als Kosten- und Versorgungsfunktion, sondern als zentrale Steuerungsschnittstelle zwischen Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement. Internationale Analysen zeigen, dass durch gezielte nachhaltige Beschaffungsstrategien, beispielsweise durch Produktstandardisierung, Lebenszyklusbetrachtungen oder den Einsatz wiederverwendbarer Medizinprodukte, Umweltauswirkungen um bis zu 50 % reduziert werden können, ohne dabei Einbußen bei Qualität oder Patienten-sicherheit zu verzeichnen. [4] [5] Voraussetzung dafür ist eine enge Verzahnung von Einkauf, Qualitätsmanagement und klinischer Praxis.
Nachhaltiger Einkauf im Gesundheitswesen ist aber nicht auf die Auswahl „umweltfreundlicher” Produkte reduzierbar. Vielmehr geht es um eine systematische Betrachtung des gesamten Produkt- und Prozesslebenszyklus sowie um die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in bestehende Qualitäts-, Risiko- und Managementsysteme. [1] [3] Richtig umgesetzt, kann nachhaltiger Einkauf zur Qualitätsverbesserung beitragen, indem er Risiken in der Lieferkette reduziert, Prozesse stabilisiert, die Akzeptanz bei Anwenderinnen und Anwendern erhöht und langfristig Kosten senkt.
Der vorliegende Beitrag zeigt, wie nachhaltiger Einkauf im Gesundheitswesen als strategisches Instrument der Qualitätsverbesserung verstanden und umgesetzt werden kann. Dazu werden sowohl grundlegende Konzepte als auch praxisnahe Vorgehensweisen vorgestellt.
2.1 Nachhaltigkeit entlang des Produktlebenszyklus
Nachhaltiger Einkauf im Gesundheitswesen orientiert sich am Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen. Dieser umfasst in der Regel die Phasen Herstellung, Transport, Nutzung, Aufbereitung sowie Entsorgung oder Verwertung. Jede dieser Phasen ist mit spezifischen ökologischen, sozialen und qualitativen Anforderungen verbunden, deren Relevanz je nach Produktgruppe, Einsatzbereich und Versorgungssetting variiert. [2] [4] [6]
Regulatorische Grenzen
Im Gesundheitswesen kommt hinzu, dass Medizinprodukte, Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien strengen regulatorischen, hygienischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben unterliegen. Dies schränkt die direkte Übertragbarkeit klassischer Konzepte der Kreislaufwirtschaft teilweise ein. So kann ein Produkt zwar theoretisch eine ausgeprägte Recyclingfähigkeit aufweisen, in der Praxis jedoch aufgrund von Infektionsschutzanforderungen, regulatorischen Vorgaben oder fehlenden Trennmöglichkeiten im klinischen Alltag nicht in entsprechende Stoffkreisläufe zurückgeführt werden. [7] [5] [7]
Im Gesundheitswesen kommt hinzu, dass Medizinprodukte, Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien strengen regulatorischen, hygienischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben unterliegen. Dies schränkt die direkte Übertragbarkeit klassischer Konzepte der Kreislaufwirtschaft teilweise ein. So kann ein Produkt zwar theoretisch eine ausgeprägte Recyclingfähigkeit aufweisen, in der Praxis jedoch aufgrund von Infektionsschutzanforderungen, regulatorischen Vorgaben oder fehlenden Trennmöglichkeiten im klinischen Alltag nicht in entsprechende Stoffkreisläufe zurückgeführt werden. [7] [5] [7]
Nutzungsrealität berücksichtigen
Eine lebenszyklusorientierte Beschaffung berücksichtigt daher nicht allein Materialeigenschaften oder aggregierte Umweltkennzahlen, sondern insbesondere die tatsächlichen Nutzungsbedingungen in Krankenhäusern, Rehabilitations- oder Pflegeeinrichtungen. Dazu zählen Arbeitsabläufe, Zeitdruck, Qualifikationsstand der Mitarbeitenden sowie organisatorische Rahmenbedingungen. Nachhaltige Beschaffung ist also eng mit Prozessqualität, Anwenderverhalten und Versorgungsrealität verknüpft. [8]
Eine lebenszyklusorientierte Beschaffung berücksichtigt daher nicht allein Materialeigenschaften oder aggregierte Umweltkennzahlen, sondern insbesondere die tatsächlichen Nutzungsbedingungen in Krankenhäusern, Rehabilitations- oder Pflegeeinrichtungen. Dazu zählen Arbeitsabläufe, Zeitdruck, Qualifikationsstand der Mitarbeitenden sowie organisatorische Rahmenbedingungen. Nachhaltige Beschaffung ist also eng mit Prozessqualität, Anwenderverhalten und Versorgungsrealität verknüpft. [8]
Internationale Leitlinien, unter anderem der Weltgesundheitsorganisation, betonen, dass nachhaltige Beschaffung im Gesundheitssektor nur dann wirksam ist, wenn ökologische Zielsetzungen konsequent mit Patientensicherheit, Hygieneanforderungen und Versorgungsqualität in Einklang gebracht werden. [2]
2.2 Nachhaltigkeitskriterien im Kontext von Produkt und Nutzung
Nachhaltigkeitskriterien im Gesundheitswesen sind nicht statisch, sondern abhängig von Produktart, Lebenszyklusphase und Nutzungskontext. Während in der Herstellungsphase insbesondere Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen sowie soziale Standards in der Lieferkette relevant sind, rücken in der Nutzungsphase Aspekte wie Lebensdauer, Wiederverwendbarkeit, Aufbereitungsaufwand, Energie- und Wasserverbrauch sowie die Integration in bestehende Prozesse in den Vordergrund. Studien zeigen, dass gerade die Nutzungsphase einen wesentlichen Anteil an den gesamten Umweltwirkungen vieler Medizinprodukte hat. [4] [6] [9]
Lebenszyklusanalysen
Vor diesem Hintergrund gewinnen Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessments, LCA) zunehmend an Bedeutung als Entscheidungsgrundlage für den Einkauf. Sie ermöglichen eine vergleichende Bewertung von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg und tragen dazu bei, Zielkonflikte zwischen Umweltwirkungen, Qualität und Sicherheit transparent zu machen. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt derzeit die Arbeiten des DIN zur Entwicklung eines standardisierten Ökobilanzrahmens für Medizinprodukte, um Vergleichbarkeit, Anwendbarkeit und Akzeptanz von LCA-Ergebnissen im Gesundheitswesen zu verbessern. [10]
Vor diesem Hintergrund gewinnen Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessments, LCA) zunehmend an Bedeutung als Entscheidungsgrundlage für den Einkauf. Sie ermöglichen eine vergleichende Bewertung von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg und tragen dazu bei, Zielkonflikte zwischen Umweltwirkungen, Qualität und Sicherheit transparent zu machen. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt derzeit die Arbeiten des DIN zur Entwicklung eines standardisierten Ökobilanzrahmens für Medizinprodukte, um Vergleichbarkeit, Anwendbarkeit und Akzeptanz von LCA-Ergebnissen im Gesundheitswesen zu verbessern. [10]
2.3 Gesetzliche Anforderungen
Regulatorik
Die Umsetzung nachhaltiger Beschaffungsstrategien im Gesundheitswesen erfolgt innerhalb eines dynamischen EU-Rechtsrahmens. Für Gesundheitseinrichtungen wirken viele Vorgaben nicht nur über unmittelbare Pflichten, sondern vor allem indirekt über Lieferketten, Nachweis- und Datenanforderungen. Auch wenn einzelne Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen nicht selbst in den direkten Anwendungsbereich spezifischer Pflichten fallen, z. B. der EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), prägen die Anforderungen von Herstellern, Großhändlern, Finanzierern und öffentlichen Auftraggebern zunehmend die praktische Einkaufsarbeit.
Die Umsetzung nachhaltiger Beschaffungsstrategien im Gesundheitswesen erfolgt innerhalb eines dynamischen EU-Rechtsrahmens. Für Gesundheitseinrichtungen wirken viele Vorgaben nicht nur über unmittelbare Pflichten, sondern vor allem indirekt über Lieferketten, Nachweis- und Datenanforderungen. Auch wenn einzelne Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen nicht selbst in den direkten Anwendungsbereich spezifischer Pflichten fallen, z. B. der EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), prägen die Anforderungen von Herstellern, Großhändlern, Finanzierern und öffentlichen Auftraggebern zunehmend die praktische Einkaufsarbeit.
Auf EU-Ebene, in Deutschland und in verschiedenen Bundesländern ermöglichen und fördern vergaberechtliche Regelungen ausdrücklich die Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien in Ausschreibungen, sofern diese sachlich begründet, transparent und diskriminierungsfrei ausgestaltet sind. Der Leitfaden „Buying Green!” bietet dafür praxisnahe Orientierung zur Formulierung von Mindestanforderungen und Zuschlagskriterien sowie zur Auswahl geeigneter Nachweise. [4]
CSRD
Die CSRD führt über die ESRS-Berichtsanforderungen zu erhöhten Erwartungen an Lieferantendaten (u. a. Klima-, Ressourcen-, Sozial- und Governance-Informationen). Gleichzeitig wurde im Rahmen der Omnibus-Pakete zur Reduzierung bürokratischen Aufwands und zur Vereinfachung von Anforderungen an Unternehmen 2025 eine deutliche Einengung des Anwendungsbereichs politisch vereinbart: Die Berichtsanforderungen sollen sich auf sehr große Unternehmen fokussieren (u. a. >1.000 Mitarbeitende und mehr als 450 Mio. € Umsatz). [11] Im Vorfeld wurde bereits die zeitliche Anwendung einzelner Anforderungen durch die „Stop-the-Clock”-Richtlinie um zwei Jahre verschoben. Für den Einkauf kann dies paradoxe Effekte haben: Weniger Unternehmen sind direkt berichtspflichtig – damit kann die verfügbare, standardisierte Datenbasis in der Lieferkette schrumpfen. Zugleich sieht die Europäische Kommission einen „Value-Chain-Shield” vor, der begrenzt, welche Informationen berichtspflichtige Unternehmen von kleineren Unternehmen (bis 1.000 Mitarbeitende) in der Wertschöpfungskette verlangen dürfen. [12] Gesundheitseinrichtungen sollten daher ihre Datenanforderungen im Einkauf gezielt priorisieren (materialitäts- und risikobasiert) und vertraglich so gestalten, dass belastbare Nachweise verfügbar werden, ohne Lieferbeziehungen unnötig zu belasten. Dabei kann der Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed Micro, Small and Medium enterprises (VSME) als praktikabler, mittelstandstauglicher Nachhaltigkeitsberichtsstandard eine wichtige Rolle spielen.
Die CSRD führt über die ESRS-Berichtsanforderungen zu erhöhten Erwartungen an Lieferantendaten (u. a. Klima-, Ressourcen-, Sozial- und Governance-Informationen). Gleichzeitig wurde im Rahmen der Omnibus-Pakete zur Reduzierung bürokratischen Aufwands und zur Vereinfachung von Anforderungen an Unternehmen 2025 eine deutliche Einengung des Anwendungsbereichs politisch vereinbart: Die Berichtsanforderungen sollen sich auf sehr große Unternehmen fokussieren (u. a. >1.000 Mitarbeitende und mehr als 450 Mio. € Umsatz). [11] Im Vorfeld wurde bereits die zeitliche Anwendung einzelner Anforderungen durch die „Stop-the-Clock”-Richtlinie um zwei Jahre verschoben. Für den Einkauf kann dies paradoxe Effekte haben: Weniger Unternehmen sind direkt berichtspflichtig – damit kann die verfügbare, standardisierte Datenbasis in der Lieferkette schrumpfen. Zugleich sieht die Europäische Kommission einen „Value-Chain-Shield” vor, der begrenzt, welche Informationen berichtspflichtige Unternehmen von kleineren Unternehmen (bis 1.000 Mitarbeitende) in der Wertschöpfungskette verlangen dürfen. [12] Gesundheitseinrichtungen sollten daher ihre Datenanforderungen im Einkauf gezielt priorisieren (materialitäts- und risikobasiert) und vertraglich so gestalten, dass belastbare Nachweise verfügbar werden, ohne Lieferbeziehungen unnötig zu belasten. Dabei kann der Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed Micro, Small and Medium enterprises (VSME) als praktikabler, mittelstandstauglicher Nachhaltigkeitsberichtsstandard eine wichtige Rolle spielen.
CSDDD
Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) etabliert Sorgfaltspflichten zu Menschenrechten und Umwelt in Wertschöpfungsketten. Die zeitliche Anwendung wurde ebenfalls durch das „Stop the Clock” verschoben [13], zudem wurde politisch eine deutliche Fokussierung auf sehr große Unternehmen (z. B. >5.000 Mitarbeitende und über 1,5 Mrd. € Umsatz) vereinbart. [12] Für Gesundheitseinrichtungen bedeutet dies: Sorgfaltslogiken werden in der Praxis weiterhin über Lieferantenkodizes, risikobasierte Bewertungen, Eskalationsprozesse und Auditprogramme relevant und weniger über gesetzliche Anforderungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das zwar formell noch in Kraft ist, aber durch die CSDDD ersetzt werden soll. Gleichzeitig hat die Bundesregierung 2025 beschlossen, dass der LkSG-Bericht nicht mehr verpflichtend ist, und somit ein zentrales Instrument aufgehoben.
Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) etabliert Sorgfaltspflichten zu Menschenrechten und Umwelt in Wertschöpfungsketten. Die zeitliche Anwendung wurde ebenfalls durch das „Stop the Clock” verschoben [13], zudem wurde politisch eine deutliche Fokussierung auf sehr große Unternehmen (z. B. >5.000 Mitarbeitende und über 1,5 Mrd. € Umsatz) vereinbart. [12] Für Gesundheitseinrichtungen bedeutet dies: Sorgfaltslogiken werden in der Praxis weiterhin über Lieferantenkodizes, risikobasierte Bewertungen, Eskalationsprozesse und Auditprogramme relevant und weniger über gesetzliche Anforderungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das zwar formell noch in Kraft ist, aber durch die CSDDD ersetzt werden soll. Gleichzeitig hat die Bundesregierung 2025 beschlossen, dass der LkSG-Bericht nicht mehr verpflichtend ist, und somit ein zentrales Instrument aufgehoben.
EUDR
Die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) betrifft bestimmte Rohstoffe/Erzeugnisse (u. a. Holz/Papier, Kautschuk, Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl, Rindfleisch). Für Gesundheitseinrichtungen ist dies grundsätzlich über Papierprodukte, Verpackungen, Einrichtung oder Produkte mit relevanten Vorprodukten relevant, auch wenn sie oft nicht direkt als Marktteilnehmer oder Händler gelten und entsprechend in den meisten Fällen nicht selbst direkt betroffen sind. Die Anwendung wurde zudem EU-weit erneut verschoben und zugleich gezielt vereinfacht. [14] [15] Einkaufsteams sollten prüfen, welche Warengruppen betroffen sein können, und geeignete Nachweise entlang der Lieferkette vertraglich absichern.
Die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) betrifft bestimmte Rohstoffe/Erzeugnisse (u. a. Holz/Papier, Kautschuk, Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl, Rindfleisch). Für Gesundheitseinrichtungen ist dies grundsätzlich über Papierprodukte, Verpackungen, Einrichtung oder Produkte mit relevanten Vorprodukten relevant, auch wenn sie oft nicht direkt als Marktteilnehmer oder Händler gelten und entsprechend in den meisten Fällen nicht selbst direkt betroffen sind. Die Anwendung wurde zudem EU-weit erneut verschoben und zugleich gezielt vereinfacht. [14] [15] Einkaufsteams sollten prüfen, welche Warengruppen betroffen sein können, und geeignete Nachweise entlang der Lieferkette vertraglich absichern.
